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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Baum- Lederbaum- und Fellsattel. Wo ist die Hebelwirkung grösser?

Ich entschloss mich kurzerhand mit Jan nochmal über den Schnee ausreiten zu gehen, da ja die ganze restliche Pracht nächstens verschwindet bei dem fürchterlichen Wetter. :-(

Ich habe ja die spanische Version des Hidalgo Sattel gekauft, und der muss noch eingeritten werden. Somit montierte ich meinen Fellsattel und gingen mit LG-Zaum los. Er schritt sehr schön los. Schnell fiel mir auf, dass er viel "gerader" ging, als letztes Mal mit dem Hidalgo Sattel oder auch dem Startrekk.

Mir fiel immer wieder auf, dass er mich in den Sätteln zwischendurch nach rechts setzte. Grad bei Schneeverhältnissen, wo er sein Gelichgewicht gut halten musste. Da neigte er halt dazu seine rechte Schulter festzumachen. Ich musste ihn dann immer wieder korrigieren, denn ich halte es kaum aus, schräg auf dem Pferd zu sitzen.

Als ich so ritt, merkte ich plötzlich, hey, er setzt mich ja auch manchmal rechts runter, aber so unmerklich, und ich korrigierte dies genauso unmerklich mit meinem Sitz, da ich ja auch keine Bügel habe!! Sehr interessant! Also fing ich an, mich mehr zu achten.

Tatsächlich! Da war es wieder.. Jan machte sich auf seiner rechten Schulter fest, und ich machte eigentlich nicht viel, sondern verschob ganz mimim meinen Schwerpunkt in Richtung links und schon war er wieder gerade!

Jetzt ging mir ein Lichtlein auf! Ich gab immer meinen anderen Sättel schuld, dass Jan sich auf der Schulter fest macht, aber das stimmt so nicht. Es hat etwas mit der Hebelwirkung zutun. Je weiter weg ich vom Pferd sitze, umso grösser ist die Hebelwirkung. Desswegen spüre ich dieses auf die Schulter setzen bei meinen Lederbaumsätteln mehr als bei meinem Fellsattel!

Wie muss dann die Hebelwirkung bei den starren Baumsätteln sein? Diese übertragen sowas noch viel deutlicher auf den Reiter, und der hält dann sehr stark dagegen und verschlimmert in den meisten Fällen das Problem noch mehr! Gerade schlechte Reiter. Denen ermöglicht ein Baumsattel stundenlanges Schrägsitzen. Man kann sich jetzt vorstellen, was das für das Pferd bedeutet!

Wenn man beim Fellsattel schräg sitzt, und das noch ohne Steigbügel, dann rutscht man runter oder wird automatisch animiert korrekter zu sitzen.

Das bestätigt einmal mehr meine Behauptung, dass auch für Anfänger ein Baumsattel nicht gut ist. Ja, vielleicht für den Anfänger, aber in erster Linie muss es einem Pferd dabei gut gehen. Aber eigentlich gehört ein Anfänger auch in den Sitzlongen Unterricht! Ich weiss noch genau, als ich als Kind Tennisunterricht nahm. Wir machten sooooviele Trockenübungen! Stunde um Stunde... Und ich wollte doch einfach übers Netz spielen, wie die Profis.....aber nix da! Passieren würde da ja nix. Ausser dass der Ball ins Netz fliegt!

Was passiert aber einem Pferd, wenn ein Anfänger einfach auf seinen Rücken steigt, die Zügel in die Hand nimmt und los reitet??? Das Resultat sieht man an den schlechten Rücken der Pferden! Wie muss sich so ein Tier fühlen? Ein Ball fühlt nichts, wenn er ins Netz fliegt! Trotzdem wird hier seriöser darauf hin gearbeitet!

Ganz klar ist, dass man viel Zeit in einen guten Sitz investieren sollte, und körperlich fit und beweglich sein muss. Es braucht eine riesige Körperbeherrschung, anständig auf dem Pferd zu sitzen. Wenn einem das gute Tier schon rumtragen muss, sollten wir stark bemüht sein es nicht zu stören, sondern zu unterstützen. Durch einen guten Sitz können wir uns so manche Zügelführung ersparen.

Die Hebelwirkung wird sich auch gleich verhalten, wenn der Reiter nach vorne oder hinten kippt! Beim nach vorne kippen dankt es der sensible Trapezmuskel.


Longen- und Bodenarbeit.....

Die letzten Tage hatte ich die Pferde bisschen sein lassen. Machte mir natürlich ein schlechtes Gewissen, aber durch den vielen Schnee, der jetzt dahinschmelzt, weil es dauernd drein regnet, isr alles so glitschig und macht keinen Spass darin rumzulaufen, geschweige sinnvolle Arbeit zu machen.

Okay, sie haben Offenstall mit Rundlauf und eine riesige Weide wo sie andauernd rumwandern und da und dort im Schnee scharren um an ein Hälmchen Gras zu kommen.

Heute sah ich, dass Jimmy richtige Teufeleien im Sinn hatte und wollte Jan anmachen, zum rumalbern. Jan stand eher gelangweilt da! Na gut, Jimmy gepackt und bisschen im Schnee longiert. Da kam Jan und schaute interessiert zu. Jimmy trippelte jedes Mal bei Jan vorbei und stellte den Kragen.

Na gut, Kappzaum ab und rumrennen! Jimmy hinter mir her und irgendwann kam dann Jan auch. Aber nach einbisschen imponieren, steigen und raustreten war Jan wieder mit gucken und scharren beschäftigt! Hmmm, Spassbremse!!!

Irgendwann gesellte sich doch nochmal Jimmy zu mir und wir prügelten uns so richtig, wie es sichs gehört hehehe......

Dann ging ich zum Stall und mit einem Gedonner kamen die zwei rauf gerannt! Jan kam Kopfschüttelnd zu mir und fing an Übungen zu machen. Rücken wölben, Bergziege, rückwärts usw.

Er wollte mir ziemlich sicher sagen, so rumgealbert ist was für ewige Kindsköpfe, ich möchte was für den Kopf und Stolz......

Nun gut, ich holte den Kappzaum und wir gingen auf die Weide in den Schnee.

Wenn man das Pferd im Genick stellt, kommt automatisch die innere Hüfte nach vorne. Das erleichtert wiederum dem Pferd mit dem inneren Hinterbein unterzutreten.

Wenn man noch den Hals biegt, kommt die innere Hüfte stärker nach vorne.

Man kann das durchaus mit dem reiten in starker Abstellung von Branderup vergleichen. Durch das starke Abstellen und biegen des Halses, des warmgerittenen Pferdes!!, kommt die innere Hüfte nach vorne und ermöglicht es dem inneren Hinterbein besser durchzuschwingen und unterzutreten! Natürlich muss der Hals durch das relativ hoch getragen werden. Es ist sehr eindrücklich, wenn man das live sieht, wie das funktioniert!

Somit wird das Gewicht mehr nach hinten verschoben und animiert die HH mehr zum tragen.

So wieder zu meinem Longenerlebnis von heute morgen. Da ja Jan schon aufgewärmt war, fingen wir bald mal an mit stellen im Genick. Dann liess ich ihn seinen Hals ziemlich biegen. Er folgte mir willig und neugierig. Sobald Genick und Hals richtig positioniert waren, sah ich die innere Hüfte nach vorne kommen. Und.....Jan fing an zu kauen!!!! Na, gut, das war jetzt Zufall, dachte ich. Ich liess ihn eine Runde so laufen, und dann durfte er in Dehnung gehen, bekam ein Gudi und ich lobte ihn sehr!! Er hatte Freude.

Wir machten noch eine Runde und...sobald Genick, Hals und Hüfte richtig positioniert waren, kaute er wieder!!!

Das Ganze machten wir noch rechts rum, und jedes Mal dasselbe! Er kaute, sobald er in der richtigen Position war!!

Jetzt ist natürlich meine Experimentierfreude wieder erwacht!! Was ist zuerst? das kauen, das zur richtig ausgeführten Uebung führt, oder die richtig ausgeführte Uebung, die zum kauen führt??? :-)

Samstag, 15. Dezember 2012

Jans Hufe

 Das waren die ersten Fotos, die ich während der Umstellung gemacht habe. Es ist schade, habe ich das nicht von Anfang an mit Fotos dokumentiert. Leider habe ich auch vielmals nur vom linken Vorderhuf Fotos. Aber ich denke, man sieht es auch so gut, wie die Hufe sich verändern.









Man sieht gut, wie flach die Sohle noch war.
Man muss vielleiht noch berücksichtigen, dass es sehr trockenes Wetter war, und somit die Hufe auch.











Das war im Herbst. Man sieht schon deutlichere Sohlenwölbung.












    Man sieht hier deutlich an den über die Sohlen gelegten Eckstreben, dass die Hornkapsel noch verbogen ist. Die weisse Linie ist an beiden Seitenwänden gezerrt.
Unten links, neben der Strahlspitze ist Dreck. Es sieht zwar aus wie ein Loch ;-)

















 Hier hat es sich schon verbessert. Die Eckstreben legen sich schon nicht mehr so stark über die Sohlen.












 Das war Anfangs Dezember. Es hat sich eine deutliche Sohlenwölbung eingestellt.

Wie man hier deutlich sieht, ist es nocheinmal besser geworden. Nur sieht man immer noch die gezerrte weisse Linie bei beiden Seitenwänden. Somit entschied ich mich, nocheinmal bis zur gezerrten Blättchenschicht weg zu feilen, da jetzt Schnee liegt und es weicher Boden ist.

Wenn man das Huf so anschaut, sieht man förmlich das Hufbein. Genau dort unter der Sohle wo es weiss ist.

Das Foto ist ungünstig, denn man hat das Gefühl, der seitliche Tragrand sei unter dem Sohlenniveau. Ich habe aber nur Zehe und bis zur breitesten Stelle an die Blättchenschicht geraspelt.

Ich habe das Gefühl, ich komme jetzt in eine Endphase. Das heisst aber nicht, dass man nachher weniger machen muss.


Diese Bearbeitung ist Gold wert. Aber es bedingt, dass man hinsieht, den Huf individuell beobachtet, das Pferd beobachtet, das Training anpasst.

An den Hufen sieht man auch viele Bewegungsdefizite. Bei Jan ist es sein rechtes Vorderbein, dass sein Standbein ist.

Da ist der Huf immer platter. Also muss ich das gymnastisch verbessern. Aber den Fokus muss ich auf das linke Hinterbein von Jan setzen, denn da tritt er am Schwerpunkt vorbei und das muss wiederum sein rechtes Vorderbein abfangen!

Es ist eine unglaubliche Verantwortung, die ein Pferdebesitzer trägt, und das ist den wenigsten bewusst.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Pferdebesitzer wissen über das Ganze! Nein, mittlerweile macht es mich wütend! Wenn jemand ein Hund kauft, muss er eine Prüfung ablegen.

Pferde kann man einfach kaufen und kaputt reiten. Wieviel Mal bekam ich vor Kurzem von einem Pferdebesitzer zu hören: Ja, soweit bin ich halt noch nicht. Da weiss ich halt noch zu wenig...
Sie fragen, wie bringe ich ein Pferd ins v/a. Wie sieht das aus? Ist das wichtig? Geraderichten? Wie geht das usw. Das sind keine Reitschüler in einer Reitausbildung. Das sind alles Menschen, die nicht nur ein Pferd haben. Nein, sie haben 2, 3 Pferde, und haben sie noch selber "ausgebildet". Haben aber keine Ahnung, was das für das Pferd bedeutet, und vorallem welche Muskeln da trainiert werden sollten, ja überhaupt, was für eine Haltung das Pferd einnehmen sollte..usw.

Sie stöbern in Foren nach Antworten, übernehmen von Leuten irgendwelche fragwürdigen ja sogar quälerische "Ausbildungsmethoden", denn sie haben keine Geduld, dem Pferd eine richtige Haltung auf dem sanften Weg beizubringen und auch keine Ahnung wie sie das anstellen sollten, weil ihnen die pädagogischen Fähigkeiten dazu fehlen. Also, dann bindet man mal die Rübe runter und gut...so wird es der Gaul schon lernen..... und genau die sagen, sie lieben Pferde...

Meine Meinung ist knallhart, aber ich bin zu mir genauso hart! Unsere Tiere sind unsere Schutzbefohlenen. Wir dürfen sie nicht ausnützen nur zu unseren Gunsten. Wir müssen besorgt sein, dass es ihnen an nichts fehlt und sie gesund bleiben.


Mittlerweile Ende Mai 2013 sehen Jans Hufe so aus:

Linker Vorderhuf




Rechter Vorderhuf


Es hat sich eine sehr deutliche Sohlenwölbung eingestellt! Leider ist im hinteren Bereich die Blättchenschicht noch gezerrt. Ich habe den Fehler gemacht die Seitenwände/Tragrand zu dünn zu raspeln! Grad bei unserem feuchten Wetter ist das nicht gut. In trockenen Gegenden kann man das zur Korrektur machen, hier hat es ein zerren der Blättchenschicht (weisse Linie) bewirkt. Schande über mich!

Gut, nun scheint es vorwärts zu gehen, aber ich lass im hinteren Berreich 2-4 Millimeter Tragrand stehen. Er läuft so viel besser. Ich runde nach der breitesten Stelle nach hinten nur bis an die Waterline bisschen ab, und schau dass die Wand im rechten Winkel zum Boden steht. Jetzt stellt sich die Sohlenwölbung auch im hinteren Berreich ein. Da liess sie andauernd zu wünschen übrig!





Man sieht hier deutlich wie die Trachten auseinander gehen, weil sie nicht die richtige Stabilität haben, weil der Tragrand zu dünn war:-(                                                                                  












Hier sieht man einen schönen dicken Tragrand.
Dieses Foto entstand vor der Bearbeitung. Ich nahm den Tragrandüberstand wieder zurück, denn er war lang.



Mittlerweile bekomme ich die Krise, was ich so lese und zu hören bekomme über die Hufe der Pferde.

Einmal heisst es, ja er ist halt ein Mimöschen und autscht sofort, wenn ich mit ihm ausreite ohne Hufschuhe. Dann, es sei halt rassebedingt. Bezogen entweder auf schlechte Hufe, oder auf "wehleidig" im Gelände.

Wenn ein Pferd fühlig lauft, dann ist da was nicht in Ordnung. Es ist schlicht weg verantwortungslos es mit solchen dummen Ausreden abzutun! Es gibt Pferde, die haben einfach dünne Sohlen? Na klar!

Super, dass wir unsere Bearbeitungsfehler im wahrsten Sinne des Wortes, in die Schuhe schieben! Solche Leute sollte man barfuss über Stock und Stein hetzen!


Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Hufe von Jan und Jimmy sind sehr gut! Vor zwei Tagen sind wir ohne Hufschuhe ausreiten gegangen, Jimmy als Handpferd.

Als wir über den Schotter gingen liefen sie erstaunlich gut! Wohl vorsichtig aber gut!

Bei Jans Seitenwänden sieht man noch die gezerrte Plättchenschicht, aber sie ist schon weniger.

Jimmys rechtes Hinterhuf bereitet mir besondere Freude!!

Mann sieht gut wie die Einblutung nach unten rauswächst! IDie zog sich ursprünglich vom Kronrand mis runter!ch habe es also geschafft, den unphysiologischen Druck auf die Kronwand auszuschalten, indem ich das Wandhorn an dieser Seite bis zur weissen Linie gefeilt habe und somit Druck von der hochgeschobenen Wand genommen habe, damit sie wieder runterwachsen kann!

Wenn ich dann mal ein schlaues Zeichnungsprogramm gefunden habe, und dann vorallem weiss wie es geht, kann ich mit Pfeilen und Kreisen das alles genauer beschreiben.



Ich möchte nämlich auch mal genauer beschreiben was eigentlich der Tragrand ist. Die meisten reden vom Tragrand, dabei ist das der Hufwandüberstand.


Der Tragrand besteht aus dem Wandhorn, meist von der Waterline ausgehend, der weissen Linie und der Sohlenschwiele. Die Sohle weisst dann eine schöne Wölbung auf und somit läuft das Pferd nicht auf der Sohle.

Da die meisten bearbeiteten Hufe zu platt sind, schnitzelt man entweder einen künstlichen Wandüberstand ins Huf, oder lässt den Wandüberstand einfach stehen als "Tragrand".

Nicht verwunderlich, wenn der Huf immer platter wird, und die weisse Linie immer gezerrter wird.

Die korrekte, dem jeweiligen Pferd angepasste Hufbearbeitung ist, nebst einer seriösen Ausbildung, wohl das zentralste. Denn ohne ausbalancierte Hufe gibt es keine schöne und gesunde Bewegung.

Wenn ich bedenke, dass Jimmy jetzt schönes Schulterherein rechts macht, und mit dem rechten Hinterbein schön untertritt, weil es ihn nicht mehr zwickt durch den Druck der Hufwand!!!

Und trotzdem wird über die verschiedenen Hufbearbeitungsmethoden andauernd gelästert und Schuldige gesucht wenn etwas mit den Hufen nicht klappt. Anstatt die Augen zu öffnen, sich mit der Materie des Hufes auseinanderzusetzen und genau hinzuschauen! Der Huf zeigt einem nämlich, wie er bearbeitet werden will!

Aber dazu muss man hinsehen und verstehen.... aber das klappt ja vielmals schon beim sonstigen Umgang mit Pferden nicht! Man hört schon da zuwenig hin, was sie einem mitteilen möchten....



Hier an dem Wildpferdehuf sieht man es noch einmal deutlich aus was der wirkliche Tragrand besteht.
Wandhorn, rsp. waterline, weisse Linie und Sohlenschwiele.

Das kann man nicht bearbeiten, sondern das macht der Huf selber, wenn man ihn richtig unterstützt.

Freitag, 30. November 2012

Nachtrag zu "das liebe Internet...Fluch oder Segen des Internets

Vor einer Woche erreichte mich eine Nachricht, dass aufgedeckt wurde, dass dieses Mitglied B Lügen verbreitet habe, und das dieses böse Mail, dass ich geschrieben haben soll, nicht existiert. (okay, DAS weiss ich ja nun mal schon länger!)

Vor paar Tagen schrieb mir dann Mitglied A, die hat die ganze Mail- und Hufbearbeitungsgeschichte ja verbreitet, dass sie mit dem Mitglied B sehr schlechte Erfahrung gemacht hätte, und mein Bauchgefühl damals richtig war!

Aber kein Wort darüber, dass sie jetzt wisse, dass ich kein böses Mail geschrieben hätte, keine Entschuldigung nichts! Nein, sie hat noch geschrieben, dass sie jetzt hinter dem Rücken ihres Hufpflegers die Hufe ihres Pferdes immer nachfeile mit den Erklärungen im Hinterkopf die ich ihr gemacht habe...... Sie schrieb noch, dass sie bei den Seitenwänden noch unsicher sei, wie sie das bearbeiten soll, und es tönte fast so, als wolle sie einen Tipp... Ich musste leer schlucken!

Im Forum bekam sie Komplimente, wow, Daumen hoch, wie ihr das alles wieder hingekriegt habt!

Ja, Dagi hat alles versaut mit ihrer "Wildpferdebearbeitung" und sie haben es wieder hingekriegt.

Dabei war es gerade andersrum. Sie gibt das jetzt quasi bei mir zu, aber lässt alles anders stehen im Forum!

Wenn man sich an mich erinnert im Forum, dann nicht so wie ich bin. Als sehr kritisch, erfinderisch, lustig und einfühlsam, die nur Gutes mit ihren Tieren vorhat und auch die eigenen Bedürfnisse zurück stellt, interessante Beiträge postet....

Nein, es wird heissen, ach die, die hat doch keine andere Meinung gelten lassen und dann noch jemandem in die Hufbearbeitung gepfuscht und was war da noch...die hat doch noch so ein Mail geschrieben voll unter der Gürtellinie....

Und Mitglied A ist weiterhin die Tolle! Die Tolle, die heimlich nach meinen Tipps an den Hufen ihrer Pferde rumfeilt... wie find ich denn das!

Auf alle Fälle will ich mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Sie nannte sich meine Freundin! Ich an ihrer Stelle hätte ein grosses Entschuldigung ins Forum gepostet! Wiederum muss ich schlussendlich sagen, dieses Forum ist es nicht wert, denn so wie da reagiert wurde, das ist überhaupt nicht kompetent,  alle schauten weg, denn sie wollten sich nicht dreinmischen und die Admin hat sich um nichts bemüht.

Aber wenn ich bedenke, wieviele Leute da mitlesen..... nun gut, wegwisch und auf anderes konzentrieren! Auf alle Fälle ist die Formenwelt für mich Vergangenheit.

Es ist eben vieles nicht so wie es auf den ersten Blick scheint!

Der Dumme steht zuvorderst um gesehen zu werden.
Der Weise steht zuhinderst um zu sehen.

Lasst euch nicht von solchen Leuten um den Finger wickeln!

Aber sie tut mir dennoch leid, und ich würde ihr nie was schlechtes wünschen! Nur das, was sie verdient....



Es hört nie auf....

Hat man wieder etwas geschafft, kommt natürlich das nächste!!!

Seit ich Jans Kastrationsnarben regelmässig wieder eincreme ist er tatsächlich nicht mehr so vorhandlastig. Die Narben schwellen zwar nicht mehr an, aber dem Schein nach, stören sie nach wie vor ein bisschen.

Ich habe wieder angefangen Jan mit meinem Startrekk espaniola zu reiten, da der Fellsattel mich sehr breit sitzen lässt und in meiner Hüfte weh tut. Ich habe für den Sattel u förmige Kissen bestellt, wegen der besseren Druckverteilung.

Jetzt ist mir aufgefallen, dass Jan mit Schweifschlagen, quietschen, ausschlagen auf ein anfassen der hinteren schrägen Bauchmuskulatur reagiert und auch, wenn ich die Narben anfasse. Das aber vorallem nur links!!

Jetzt bin ich natürlich am überlegen von woher das kommen könnte? Reiten tu ich ihn gleich. Die Dauer und die Häufigkeit auch nicht. Das einzige ist, ich habe den Sattel wieder mehr gebraucht!

Ob ihm doch der Sattel irgendwie nicht passt? Ich habe einen Hidalgo Sattel Caracas 2 bestellt. Der kommt etwa nächste Woche! Bin sehr gespannt wie der ist. Aussehen tut der so:


Er hat einen Lederbaum und kein Kopfeisen. Er hat die u-förmigen Kissen. Ich bin so gespannt auf den Sattel! Wenn ich mich nicht irre, hat er auch eine offene Steigbügelaufhängung, denn das hat der Startrekk nicht.

Das sind die u- förmigen Kissen.




Ich hab mich zwar daran gewöhnt, und bin schon unbewusst, sehr schnell instinktiv aus den Bügeln, wenn ne gefährliche Situation droht.

Jetzt bin ich natürlich, weil ich eben s Dagi bin, sehr betrübt über dieses neue Problem mit dem nicht anfassen können dort. Das haben eben viele Pferde. Es heisst dann immer, sie sind kitzlig am Bauch, und das stimmt so nicht, die Bauchmuskeln sind verspannt! Er wollte mir auch nicht den Rücken aufwölben, als ich ihm die Reflexpunkte drückte :-((

Jetzt gibt es nur eins! Heute longiere ich ihn ausgiebig und lasse ihn auch bisschen springen, dann nähe ich eine Auflage für meinen Fellsattel, damit ich nicht mehr den Spagat machen muss auf dem Pferchen, und dann reite ich eine zeitlang nur mit Fell. Bis in einer Woche wird sich sicher ein Resultat zeigen! Dann kommt ja hoffentlich der Hidalgo!

Was aber total zum freuen ist, sind seine Hufe! Aber das erzähl ich unter dem Label Hufbearbeitung!

Nocheinmal zum Thema Fellsattel. Bei breiten runden Rücken entsteht das Problem des zu breiten sitzen.

Somit dreht es einem die Beine nach aussen und man bringt das nicht  korrigiert, ausser mit Schmerzen. Wenn ich dann versuche, meine Oberschenkel schön anzulegen, Fussspitze nach vorne, tut das mir sehr weh.

Natürlich musste ich darauf bei den anderen Sätteln schauen, warum da man besser sitzt und das ist logisch die Polsterung der Sitzfläche. Da ich eben sehr schmal bin brauch ich eine ausgeschnittere Polsterung, als jemand anders.


Hier sieht man schön, wie die Sitzfläche gepolstert ist. Wo Sitzbeinhöcker positioniert sind, ist es am schmälsten. Die Kissen sind auch dort am schmalsten.

Genauso eine Auflage nähe ich jetzt, und bring sie auf meinem Fellsattel an. Der zweite Fellsattel, der jetzt dann bald mal in "Produktion" gehen sollte, werde ich das alles berücksichtigen, und die Fellauflage auf dem Rücken auch verändern und eine Aussparung bei der Auflage der Schenkel zu machen.

Ich denke, das ist noch eine Lücke bei den Fellsätteln. Würde man verschiedene Sitzauflagen anbieten, könnten auch schmale Personen auf breiten Pferden im Fellsattel sitzen.

Dienstag, 27. November 2012

Die Problematik der Kastrationsnarben

Ich habe im Beitrag Vorstellung meiner Pferde ausführlich beschrieben, dass die störenden Kastrationsnarben meines Friesen sehr viel schlechtes auslösten!

Da er erst mit 8 Jahren kastriert wurde, hat er in der Leiste links und rechts je eine inwendige Narbe, da dort zugenäht werden musste. Die linke Narbe hat gewuchert, und es ist wahrscheinlich ein sogenanntes Keloid entstanden.

Seine HH hatte keine Energie mehr und das alles zog eine Kette von Bewegungsmustern mit sich, die nur so von Problemen strotzte. Durch diese Problematik wurde mir die Wichtigkeit der Gymnastizierung erst richtig bewusst. Alles schreit nach Blockaden da, Blockaden dort, Physio und Ostheo müssen kommen und alles wieder lösen oder einrenken....

Wenn dem so ist, ist reiten des Pferdes doch einfach schädlich fürs Pferd?? Wir reiten es schief, und dann muss es wieder gerichtet werden, damit wir es wieder benutzen können bis es wieder schief, verdreht und blockiert ist....

Wenn dem wirklich so ist, da habe ich mir geschworen, hör ich auf zu reiten!!

Dem ist nicht so! Es ist die Gedankenlosigkeit der Menschen. Man kauft sich ein Pferd, nachdem man wieder angefangen hat zu "reiten", ein ausgebildetes, denn dann muss man ja nichts mehr machen, es kann ja alles..... einfach draufsitzen und los! Man wundert sich dann, wenn das Tier anfängt zu bocken,  Ohren anlegt beim satteln, nach einem tritt, Kopfscheu wird. Dann stimmt etwas mit dem Tier nicht. Es ist unerzogen, fordert einem heraus, möchte der Boss sein usw.

Wenn ich dann diese Tiere ansehe, dann weiss ich sofort, wo das Problem sitzt. Sie haben nicht die richtigen Muskeln am richtigen Ort und es autscht einfach überall! Jetzt können die das Defizit in jungen Jahren noch irgendwie wegstecken. Wenn man den Hengst Hengst lässt steckt er das nocheinmal weg, da seine höhere Körperspannung und Präsent das übertönt, aber irgendwann kommt es raus!

Reiten soll ja ein Sport sein. Für wen??? Für Mensch und Pferd, oder? Also, wer regelmässig Sport betreibt, sollte auch trainiert sein. Wieviele Reiter arbeiten an sich, an ihrem Sitz, unabhängige Zügelhilfen usw. Und wieviele trainieren ihr Pferd wirklich seriös?

Ich behaupte, die meisten Reiter überfordern ihr Pferd andauernd, wenn sie jeden Tag 1 bis 2 Stunden reiten. Denn sie trainieren ihre Pferde nicht darauf. Gymnastizierung, Stangenarbeit, longieren, Bodenarbeit liegen brach, dabei wäre das alles sehr wichtig. Defizite beim Pferd erkennen, und diese trainieren, wer macht das?

Ich gebe auch ganz offen zu, ich habe mein Pferd auch überfordert, und ich schäme mich noch heute dafür! Das Schlimmste für mich war, dass ich kein Fachmann fand, der mir eine gescheite Antwort darauf gab, was mit Jan los war. Sie fanden ihn alle okay, der Rücken war für einen Friesen okay, sie sind halt schwierig zu reiten und stur.....

Sie sind nicht stur, aber sie springen nicht über ihren Schatten. Wenn etwas nicht stimmt, machen sie dicht!

Bei Jan habe ich gesehen, was passiert, wenn man die natürliche Schiefe nicht korrigiert. Er ist links gebogen. Das heisst, seine linke Muskulatur ist verkürzt. Die rechte Muskulatur ist verspannt, da sie ja der verkürzten Muskulatur auf der linken Seite entgegen halten muss.

Da die Narben seine Energie in der Hinterhand nahmen, kam diese Schiefe nach der Kastration wieder zurück, und ich hatte fast keine Chance, diese zu beheben. Ich merkte nur eins, er wollte keine Last hinten aufnehmen. Er bekam auch einen leichten Schweifschiefstand. Wohl bemerkt, all diese Problematiken waren mimim, darum wurde ich auch bisschen belächelt, ich solle mir keine Gedanken machen, aber ich wusste dass was nicht stimmte, ich schaute doch jetzt nicht einfach weg, bis das Problem so gross ist, dass man nur schon beim anschauen des Friesen autsch denkt. Ich sehe schon zuviele Friesen, die so aussehen! Meiner muss das nicht mitmachen!

Mein Bauchgefühl sagte mir immer stärker, dass es an der Kastrationsnarbe liegen muss! Erst muss wieder Energie in die Hinterhand und dann können wir mit dem Training beginnen. Mit der richtigen Gymnastik bringt man auch der Energiefluss wieder zum fliessen, Blockaden lösen sich und man kann aufbauen. Bodenarbeit, reiten, longieren sollten immer sinnvoll und gymnastisch wertvoll sein, damit dann erst gar keine Blockaden mehr entstehen, oder dass man sie schnell wieder beheben kann.

Gut, verschiedene kamen mit teilweise sehr abenteuerlichen Entstörungsmassnahmen. Aber keine brachte was. Ich war langsam verzweifelt, und fühlte mich so ziemlich hilflos. Somit fragte ich wieder einmal Onkel google abendlang über die Entstörung von Narben. Irgendwann stiess ich auf  Akupressur nach Penzel. Dann auf die APM-Narbenentstörungssalbe.

Ich rief eine Therapeutin an und sie meinte, ich solle dann nicht erschrecken, denn wenn die Narben stören, kann alles stark anschwellen. Ich dachte mir, jaja, schöne Worte, die ich schon sooo vielmal gehört habe. Wäre schön, es würde sich mal etwas bewahrheiten.....

Ich rieb alles schön mit der Salbe ein und machte mir aber nicht grosse Hoffnungen. Am nächsten Tag war alles stark angeschwollen! Jan kam mir entgegen, und ich sah, dass er sehr verändert war. Er lief geschlossener und war aufgeweckt. Auch erschien er grösser! Ich sah, dass der Rücken beim Lumposakralgelenk angehoben war!

Tatsächlich, der Anfang war gemacht!! Ich glaubte es fast nicht. Das Aufbautraining konnte starten!!
Jetzt war wichtig, ja keine Überforderung. Wie schnell die zustande kommt, musste ich bald feststellen!! Und bei Ueberforderung machen die Muskeln wieder dicht!

Ich strich erst noch regelmässig die Salbe ein, und bald war nichts mehr geschwollen und ich konnte nur noch mit den Meridianen ausstreichen weiterfahren. Der kleine Kreislauf. Der bringt den Energiefluss wieder in Gang.

 Erst musste ich jetzt die verkürzte Muskulatur dehnen, die das Becken nach unten zog, und somit die linke Hinterhand unter den Bauch treten liess. Wiederum musste ich auf der rechten Seite die verspannten Muskeln lösen. Aber das allerwichtigste war, zuerst das feste Genick zu lösen, denn ohne das geht hinten gar nichts!!!

Da stand ich jetzt vor einer Aufgabe!! All die Verspannungen und das feste Genick das bereitete Jan Kopfschmerzen. Im wahrsten Sinne des Wortes!!! Ja, auch Pferde haben Kopfweh!

Gut, reiten war gestrichen und jetzt war feine Kappzaum Longenarbeit angesagt. Ich teilte sie in ganz kleine Schrittchen auf!

Erstes Ziel, im Schritt konstant tiefer Hals/Kopf. Weder auf Biegung, noch auf aktivieren der HH achten. Ich klickerte zuerst intensiv jedes Hals fallen lassen. Dann clickerte ich nur noch, wenn er drei Schritte Kopf unten hielt, dann 7, eine halbe Runde, eine Runde.

Dann übte ich mit ihm das antraben mit tiefer Kopfhaltung. Antraben, sofort wieder Schritt. Dann antraben paar Schritte usw. Dann war traben in konstanter tiefer Kopfhaltung angesagt.

Weiter kam das übertreten, also das Schulterherein auf dem Zirkel langsam dazu. Aber zuerst musste er ruhig und ganz langsam gehen und ganz bewusst die Hinterhufe dorthin setzen wo sie hingehören.
Es war nicht leicht, da ich ihn am Kopf nicht leicht führen konnte, da er sich immer wieder im Genick fest machte.

Ich liess ihn beim übertreten rechts extra mit dem linken Hinterbein richtig ausscheren, denn so dehnten sich die verkürzten Muskeln. Schon bald liess sich ein kleines Resultat erkennen. Jetzt kam die Gradwanderung, nicht zu übertreiben und auch den Spassfaktor mit einzubeziehen. Da trat ich auch immer wieder ins Fettnäpfchen!

Ich fing jetzt auch an, die HH zu aktivieren und Stellung zu fragen. Es ging immer mehr aufwärts.

Ich habe übrigens vor dem entstören der Narbe auch Jans 125cm lange Mähne auf 90cm gekürzt, weil da eine wahnsinnige Last den Mähnenkamm resp. ein enormer Zug auf dem Nackenband liegt!

Jetzt fing ich Jan wieder langsam an zu reiten. Bald wurde ich auf den Fellsattel aufmerksam und bastelte mir selber einen. Da wurde mir erst so richtig bewusst, dass ich an meinem Sitz noch arbeiten musste, und Jan baute durch das alles plötzlich den Trapezmuskel auf!

Natürlich habe ich auch immer wieder massiert und gedehnt.

Durch diese sehr happige Zeit habe ich soviel gelernt, aber leider auch, wie es um das Wissen steht, unsere Reitpferde gesund zu erhalten! Die, die am halb langen Zügel, gebisslos, mit Pad, Fellsattel oder ohne Sattel durch die Wälder gondeln, tun ihren Pferden genauso wenig Gutes, wie die aggressiven Turnierreiter! Oftmals sind es genau die, die am lautesten über unsachgemässes Reiten schimpfen.

Wenn man ein Pferd besitzt und es reiten möchte, dann braucht es genau das, was es bei anderen Spitzensportlern auch braucht! Gutes Schuhwerk, gute Ernährung, gute psychologische Betreuung, Einfühlungsvermögen ein faires Training, absolut passendes Equipment, coole Freizeitgestaltung und....
der Trainer soll bitte seinen Egoismus so im Zaum halten, dass er damit seinem Partner nicht schadet!

Mich macht es traurig, was ich meistens zu sehen bekomme! Pferde, die nur schon von der Bemusklung mal nicht geritten werden sollten usw. Und genau diese Leute sagen, sie lieben die Pferde! Also mit denen möchte ich nicht gut befreundet sein, denn wie würden sie mich dann wohl behandeln?


Mittlerweile schwillt die Narbe nicht mehr an wenn ich sie eincreme, aber ich habe gemerkt, dass sie trotzdem leicht stört, und somit werde ich sie immer eincremen. Diese Creme ist ja auch zur Narbenpflege gedacht.


Leider bringe ich es wiedermal nicht zu Stande, beide Fotos nebeneinander zu stellen :-(
Nebenstehendes ist vom April 2012. Er ist dünn, beim Halsansatz sieht man ein Loch, Trapezmuskel ist weg, abfallende Kruppe, sehr vorhandlastig. Ganze Oberlinie lädt zu wünschen übrig.






Ein Jahr später, er hat zugenommen, die ganze Oberlinie hat sich sehr gebessert. Kruppe ist rund geworden, das Loch beim Halsansatz ist verschwunden, Rücken ist angehoben, weniger vorhandlastig.

Bauchmuskeln müssen noch besser werden und vorne Brustkasten hebt er noch nicht gut an. Aber das sind wir am trainieren. Es ist einfach enorm, was wir für unsere Tiere tun können, wenn wir denn nur wollen und unsere WILLmännlein wegschicken ;-)



Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand der ähnliches erlebt hat, seine Erfahrungen dazu schreiben würde!