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Montag, 29. Oktober 2012

Jan ist einfach der Beste!!!

Heute ging ich im Schnee ausreiten mit Jan. Er hat mir gleich drei Sachen geschenkt!

Erstmal muss ich noch schreiben, dass ich das letzte Mal mit Jan und dem Startrekk espagnola Sattel ausreiten ging. Seit über einem halben Jahr, das erste Mal wieder! Ich hatte aber wunderbar ruhige Beine und sass locker drauf! Aber mein Hintern tat mir weh! :-(

Ich muss jetzt endlich die anderen Sattelkissen fertignähen und dran machen. Bin gespannt, wie es dann nachher geht! Ich werde dann wiedermal mit meinem Pad einen Abdruck machen um die Gewichtsverteilung zu sehen.

Also zu unserem Ausritt heute! Jan lockerte sich ziemlich schnell. Vor dem wegreiten habe ich noch seine Kastrationsnarbe angefasst und sie war schön warm, trotz der niedrigen Temperatur. Super!
Sie stört praktisch nicht mehr!

Anfangs musste ich ihn immer wieder bisschen unterstützen in die Dehnung zu gehen. Aber er schritt von anfang an sehr kräftig. Ich war erstaunt, wie kräftig er mit den vorderen Hufen auffusste und durch das auch schön untertrat! Zum Glück hatte ich die Eckstreben ganz gekürzt!

Ich war relativ streng zu ihm, und korrigierte jedes falsches tragen von mir. Sanft, aber konsequent, und siehe da, er kam immer konstanter in eine gute Haltung. Im SH links macht er seine rechte Schulter sehr schön frei. Somit fusst er hinten links auch nicht mehr am Schwerpunkt vorbei. Zwischendurch schon mal, aber dann kann ich ihn schön in die richtige Position schieben.

Ich war natürlich wieder mit Fellsattel ohne Steigbügel unterwegs. Da war ein schönes schneebedecktes Weglein und ich dachte mir, da können wir traben oder auch über den Schnee jagen, wie auch Jan möchte! Aber er mochte in einer herrlichen Trabverstärkung über den Schnee fliegen.....
Boha, ich kann das Gefühl nicht beschreiben was ich da auf seinem Rücken hatte! Zuerst dachte ich, ich heb ab und donnere irgendwann in den Schnee, kontrollierte, wie er denn trabte! Aber er war in der wunderschönsten Haltung und flog nur so über den Schnee! Die Spannung stimmte, also tief in den Bauch atmen, lockern und mitgehen. Ich lehnte wenig den Oberkörper nach vorne und dann ginge  sehr gut!

Irgendwann verlor Jan die Spannung und der Rücken kam runter, er viel bisschen auf die eine Schulter und ich verlor das Gleichgewicht..... Jan merkte das und parierte durch! Danke lieber Jan, es wäre sowieso Zeit gewesen, denn solches Traben ist sehr anstrengend! Das war das erste Geschenk.

Nachher ging er in einem schönen v/a und ich hatte das Gefühl ich sitze auf einer Erhöhung die so positiv schwang. Ich spürte, wie die Rückenwirbel völlig locker sich bewegen, aber eben auch auf die geringste Spannung von mir reagierten, wahnsinniges Gefühl, und er ging eine ganze Zeit so! Das war das zweite Geschenk!

Dann durfte ich mal erleben, wenn ein Friese in Versammlung geht! Und nicht so, was viele meinen, Kopf rauf, Nase ran und rücken nach unten... Nein, Hals wird länger und höher getragen, Nase schön vor der senkrechten, und man hat das Gefühl er hebt den Brustkasten mit rauf. Hinten geht es runter. Man fühlt sich wunderbar eingebettet, es wird irgendwie langsamer, Kürzer, aber die Energie geht mehr nach oben, aber sehr federnd und es fühlt sich soooo gut an. Leider war es bald vorbei, denn auch das ist sehr anstrengend für Jan!!

Er war wieder voll dabei und er fühlte sich wirklich gut! Ich habe ihn auch immer wieder kräftig gelobt!!

Braver Feerrrd.... :-)))

Erst wenn man weiss was Demut ist, fangen die Pferde an mit dir zu sprechen! Und dann bleibt dir nichts anderes übrig als Rücksicht zu nehmen und deine Willmännlein verjagen!

Reiten heisst nicht, vor anderen zu brillieren!!


Freitag, 19. Oktober 2012

wundervoller Ausritt mit weiteren Erkenntnissen..

Heute Morgen, bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen habe ich Jan geputzt. Mit Fellsattel und Kandare kombiniert mit Caveçon losgeritten.

Die Hufschuhe habe ich vorne noch angepoltert mit Schaumstoff, damit ihn die fiesen Steine nicht drücken, denn es ist effektiv so, dass wenn die vorderen Hufe noch fühlig sind, bringt man kein schönes Vorwärtstreten der Hinterhand hin, denn die Vorhand ist dann nicht locker. Kann man gut vergleichen, wenn wir barfuss über Kieselsteine gehen....

Er schritt schon von Anfang an zügig vorwärts, noch bisschen verspannt, und da kam mir die Kandare recht, denn ich konnte mit feinen Paraden ihn sofort dazu ermuntern (nicht zwingen!) den Hals lang zu machen und v/a zu strecken. Er lockerte sich eigentlich sehr schnell, und konnte die Vorhand locker nach vorne schwingen!

Wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, wenn das Pferd den Rücken hebt und richtig toll untertritt, bzw. Gewicht aufnimmt hinten, das Becken abkippt, und die Vorhand locker und kraftvoll nach vorne schwingt, hält es kaum mehr auf dem Rücken des Pferdes aus, wenn er mal wieder verspannt geht. Dieser positive Spannungsbogen, und diese Kraft, die man fühlt gibt einem die Sicherheit, dass das Pferd einem jetzt wirklich schaffrei tragen kann!

Ich nutzte seine Aufrichtung, als er gespannt weiter weg ein Pferd sah, dass er in die Versammlung ging. Erst war es nach Friesenmanier, Kopf rauf, Rücken runter und mit der Hinterhand wegschaufeln. Aber da konnte ich in mit weiteren leichten Paraden und mit meinem Sitz dazu bringen das Becken abzukippen und unter zu treten. Herrlich... er ging nach wenigen Tritten selber wieder ins v/a weil das doch sehr anstrengend war.....

Ich hielt den Ausritt extra kurz, denn ich wollte, dass er eigentlich immer mehr oder weniger korrekt geht, damit ich auch weiss, wie lange er mich unbeschadet tragen kann ohne Pause.

Wir sind da knapp bei einer Stunde. Wobei die letzten 20 Minuten für mich und ihn anstrengend wurden. Ja auch der Reiter ermüdet. Wenn ich dann nicht mehr locker sitzen kann, wird es praktisch unmöglich für Jan schön zu laufen! Da ist er ganz sensibel!

Es ist nicht so, dass ich ihn jemandem geben kann und der kann diesen Spannungsbogen fühlen, neee der fühlt genau das was er kann. Läuft Jan himmeltraurig, dann sitzt der Reiter genauso himmeltraurig drauf. Er spiegelt den Reiter ganz brutal!

Schön war, dass Jan sich bis zum Schluss sehr Mühe gab und auf mich hörte. Ich sah wieder in ein zufriedenes Pferdegesicht und ich habe wieder ein gutes Gefühl!

Dienstag, 25. September 2012

Ein ganz toller Ausritt

Letzten Sonntag ging ich mit Jan ausreiten. Ich fand im Stall noch ein Paar Boa Hufschuhe und zog sie im vorne an. Da ich zum ausreiten nur noch mit LG oder gar mit Knoti gehe, dachte ich mir, ich möchte ml das Ledernasenband mit so einer Gelunterlage polstern.

Ich bin da immer wieder belächelt worden, alles abzupolstern, aber für mich macht das Sinn, denn ich möchte mit meinen Tieren nicht so arbeiten, das ist unangenehm, also mach ich es nicht, sondern wenn sie was richtig machen, loben was das Zeug hält!

Seit ich über positive Verstärkung ein Notfallstopwort erfolgreich bei Jan installiert habe, und wo ich ihn erfolgreich mal stoppen konnte, als er mir abgewetzt ist, bin ich überzeugt davon!

Meinen Fellsattel hab ich noch umgepolstert. Jans Rücken wird ja immer runder (im positiven Sinn, weil Muskeln wachsen :-)) und ich habe nicht das breiteste Becken. Viele Reiter kreiden den baumlosen Sättel an, dass sie einem breit hinsetzen. Das stimmt auch, grad bei breiten, runden Pferderücken. Aber ich denke, das Problem könnte man mit dementsprechender Polsterung beheben, indem man die Polsterung auf der Sitzfläche schmaler macht, wo Hüftgelenk und Beine sind.

So ist ja auch ein Sattel ausgeschnitten, darum spreizt es einem die Beine dann nicht so. Aber auf das werde ich in meinem Fellsattel Beitrag zurückkommen!

Auf alle Fälle hat er sich schön ans gepolsterte Nasenband gedehnt und das als angenehm empfunden, denn er braucht einfach noch die Unterstützung zur Selbsthaltung. Ich fühlte dann auch in der federnden Zügelverbindung das schön nach vorne fussende Hinterbein!

Und dass Jan auch meist locker aus der Schulter mit den Vorderbeinen nach vorne fusste dank den gepolsterten Hufschuhen. Mir wurde so bewusst wie wichtig eine gute, sinnvolle Hufbearbeitung ist, damit die Balance erhalten bleibt. Meine Güte, das fängt im Huf an und geht weiter durch den ganzen Körper. Ich bin gespannt, wie er geht, wenn die Wölbung besser wird in den Vorderhufen.

Auf alle Fälle werde ich ihn auch im Sandviereck momentan nur mit Hufschuhen longieren. Ohh, es ist so spannend, und es ist wahnsinnig wie Jan mittlerweile mit mir spricht, und mir ohne Worte ganz klar aufzeigen kann, was gut ist und was nicht.

Mittlerweile konnte ich ihm nur über positive Verstärkung mitteilen, dass es ihm besser geht im v/a mich zu tragen, und dass es ihm dann wohler ist. Er macht es jetzt mit kleinen Ermunterungen obwohl es für ihn anstrengender ist, und ich gehe den Kompromiss ein, wenn er nicht mehr mag, steig ich sofort ab, und wir machen Pause, denn mir tut es zwischendurch auch gut einfach zu laufen.....dann können wir jede Menge Unfug anstellen.


Aus obigem Bild sieht man das abgepolsterte Nasenband.







Das ist unsere Galoppstrecke....



Hinter den Bäumen ist die Aare und weiter hinten sieht man einen Teil von unseren schönen Bergen..

Immer wenn er so guckt, meint er: Gudi?? 










Rechts von Jan ist das sogenannte Erlenwäldli. Es ist eine natürliche Barriere für die starke Bise, die bei uns sehr viel bläst.







Blick ins Haslital auf dem Nach-
hauseweg. Leider im Gegenlicht aufgenommen..



Danke Jan, für den wunderschönen Ausritt!

Mittwoch, 1. August 2012

schöne Einheit

Meine Idee....

Jan auf der Weide in einem fleissigen vorwärts in Schritt und Trab zu reiten mit aktiver Hinterhand am langen Zügel. Mit Fellsattel und Caveçon. Seine vordere Muskulatur soll sich entspannen, damit der Brustkasten gehoben wird, da er immer noch vorhandlastig ist.

Nachher Stellung abfragen und an äusseren Zügel führen.... Im Schritt ging alles noch relativ gut. Ich dachte mir ich reite bisschen geradeaus und nicht nur auf dem Zirkel, das war der erste Fehler!

Wie schon erwähnt ging es im Schritt noch relativ gut, aber im Trab da warf er mich im holprigsten nach unten drückenden Trab, dass es mir selber weh tat. Ich ritt weiter relativ geradeaus und versuchte über Stellung abfragen alles lockerer zu kriegen. Zu allem Uebrfluss fing er an mit dem Kopf hin und her zu schlagen, rauf und runter. hä, warum jetzt das?  Ich weiss, das Caveçon ist schmal und er ist sehr heikel auf der Nase. Lag es wohl daran?

Ich wurde ärgerlich und fing wieder an mir zu zweifeln, gab dann wiederum Hilfen, die ich dann selber als zu stark empfand, Jan machte sich immer fester und ich ging wieder in den Schritt über und versuchte ihn lockerer zu kriegen, was mir dann auch gelang. Ich war so gefrustet, dass ich aufhörte und longierte ihn noch um vom Boden aus zu schauen, was da los sein könnte. er schlug weiter mit dem Kopf zwischendurch, dass ich dann der dicke gepolsterte Kappzaum holte und er wurde ruhiger!! Tja, suuuper!!Wirklich gut ging es aber trotzdem nicht und ich war nur noch bemüht, ihn in eine lockere Stellung zu bringen, dass ich ihn dann loben konnte und mit einem positiven Abschluss entlassen konnte.

Die Lehre daraus....

Ich habe schlicht und einfach Jan wiedermal überfordert! Und mich somit auch. Anstatt einen Schritt retour zu gehen, wollte ich ihn trotzdem wieder über den Kopf formen.

Weil er kein Gebiss im Maul hatte, hatte er aber eine reelle Chance sich festzumachen zu seinem Schutz. wenn die Pferde den Kopf runter nehmen ist die Wirbelsäule sehr beweglich und erst das ermöglicht es ihnen, dass sie untertreten können und den Rücken aufwölben. Das ist aber wiederum sehr schwer für die Pferde, eben weil sie dann so beweglich sind, und erst die Balance finden müssen. haben sie die horizontale Balance noch nicht, steht es auch schlecht für die vertikale Balance. Versucht man sie dann zu erzwingen machen sie sich fest, weil sie Angst haben die Balance zu verlieren und schlicht und weg nicht auf die Schnauze fallen wollen, denn für ein Fluchttier ist das in etwa das Schlimmste was passieren könnte!

Manchmal ist es scheiss egal ob er bisschen Aussenstellung hat, solange er mich nicht nach eine Seite setzt. Er korrigiert sich schon selber, wenn man ihm nur feine Impulse dazu gibt, vorallem über den Sitz, wenn man ihn auch lässt...... Es braucht sowenig und schon bremst man die HH mit der Zügelführung. Manchmal kann ich wirklich die HH spüren in den Zügeln. Wenn man da nicht elastisch und unterstützend einwirkt bremst es das Pferd unheimlich. die Paraden müssen durchlässig sein. so kann man ein von hinten nach vorne mit einer, zur rechten Zeit gegebener weichen Parade unterstützen. Das ist ein so geniales Gefühl....

Beim gestrigen Reiten hatte ich dann wieder sehr schöne Erlebnisse. Ich bin auf die Weide gegangen.  Ich liess ihn erstmal am langen Zügel laufen und schaute nur, dass er nicht abgehackt lief. er ging eigentlich von Anfang an schön mit relativ tief eingestellter Kopfhaltung. Ich liess einfach mal meine imaginäre Kugel im Becken hin und her rollen, damit ich mich auch löse.

Jan möchte  sich ja gar nicht gerne rechts stellen. Ja, es ist seine Zwangsseite, aber ich forderte eben immer zuviel Abstellung auf der Seite, und das hat ihn überfordert. Darum ist seine Antwort erst mal NEIN, wenn ich am Zügel klingle!!! Asche auf mein Haupt!!!!

Also verlange ich im Moment einfach ein gerade und beim übertreten einfach ein wenig Sicht auf sein rechtes Auge und Nüster. Dehnen der äusseren Halsmuskulatur plus den Schultergriff mache ich nur vom Boden aus!

Ich fing an mit Konterschulterherein. Das ist leichter für ihn, vorallem rechts. Rechts verlange ich nur wenig Stellung dafür mehr Biegung. Links dagegen mehr Stellung und weniger Biegung. Links muss ich darauf achten, dass er mir nicht über die äussere Schulter geht, sondern sie wirklich frei macht . Das linke Hinterbein sollte unter den Schwerpunkt und nicht nach innen fussen. Wenn ich dann in dem Moment wo der innere HH abfusst, links eine ganz feine Parade gebe, kommt der Fuss tatsächlich weiter nach vorne. Genial zu spüren.

Im Schritt hatte er  eigentlich eine sehr konstante tiefe Kopfhaltung. Im Trab mehrheitlich auch, aber zwischendurch riss er ab und zu den Kopf hoch, und war sehr holprig. Ich ritt immer wieder Volten, wechselte die Seiten, schaute nur, dass ich gerade sass und bei den Schlangenlinien lies er sich dann schon mit tiefer Kopfhaltung umstellen! Ha, so muss es sein!

Ich hatte viel Seitengänge geritten. Warum komme ich immer wieder zwischendurch dazu über diese Zügel zuviel zu formen??? Man hat es so "gelernt" und sieht es einfach immer noch praktisch überall!!

 Wenn es einmal nicht so gut läuft, ein, zwei Schritte zurück, oder gar absteigen, und Bodenarbeit!!

wie fühlte ich mich gestern nach dem reiten? Einfach nur toll, und ich hatte zu 99 Prozent das Gefühl meinem Jan was Gutes getan zu haben!!

wie fühlte ich mich letztes Mal? Total traurig, egoistisch und unfair! Ich zweifelte an meinen Fähigkeiten, und fragte mich wiedermal ob ich nicht aufhören soll mit dem reiten...

Wenn sich das Pferd nach dem reiten, oder sonstigem Training, spielen, besser fühlt als vorher, dann macht man es richtig. Das heisst aber nicht, wenn man das Pferd schweissnass geritten hat, und es mit hängendem Kopf da steht und "entspannt" ist, dass es sich besser fühlt....

Schaut in die Augen, da findet ihr die Wahrheit, aber erschrickt nicht, was ihr dann sehen werdet.... sondern seht es als Chance, es besser zu machen!