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Dienstag, 6. August 2013

Princess`s Problematik

Als Princess zu uns kam im Februar, war ich sehr bedrückt, als ich das wahre Ausmass ihres körperlichen, aber auch seelischen Zustandes sah!

Ihr wunderbarer, starker und liebevoller Charakter hat sie einfach überleben lassen, denn sie muss wirklich Schmerzen gehabt haben, wenn sie geritten wurde, und das täglich.

Nur schon einen Sattel auf diesen Rücken zu schnallen ist pure Tierquälerei.


Laut Vorbesitzer hatte sie mit 6 Jahren, einen Stallbrand überlebt. Ein Balken habe einen halben Meter oberhalb von ihr gebrannt und sie war in der Boxe. 2 wurden gerettet und zwei Pferde starben.

Sie wollten sie ins Tierspital bringen, aber sie stieg nicht in den Hänger. Also verarzten sie sie vor Ort.
Sie soll über ein halbes Jahr eine offene und eiternde Wunde gehabt haben, sollte in die Metzg, dann habe sie der Vorbesitzer übernommen, gesundgepflegt, und dann im Reitschulbetrieb eingesetzt haben. Sie wurde sogar gesprungen.

Sie hat Jahrgang 1994, also wurde sie 13 Jahre lang so geritten. Durch das sie ihren Rücken schonen wollte hat sie sich anders bewegt, was ihr wiederum diverse Blockaden und Verspannungen beschert hat. Rückenmuskeln sind keine mehr sichtbar und man hat noch lange den Sattelabdruck im Rücken gesehen. Auch hatte sie quer über dem Nasenrücken eine Delle etwa einen cm breit. Ich fragte mich woher das sein könnte, und fand raus, dass es vom zugeschnürtem Nasenband entstanden ist!

Mittlerweile ist der Abdruck des Sattels weg und die Delle auf dem Nasenrücken auch.

Ich habe bemerkt, dass sie ihr rechtes Vorderbein stärker belastet als das linke. Die Wirbelsäule aber sehr stark nach links kippte.



Hier auf dem oberen Bild sieht man schön, wie die Wirbelsäule nach links kippt. Linke Gesässmuskulatur ist weniger ausgeprägt als die rechte. Rechte Schulter ist enorm weiter oben.



Wiederum war das linke Hinterhuf in einem Zustand, dass es einem beim hinsehen schmerzt. Der rechte Darmbeinhöcker ist weiter oben als der linke.



Hier hatte sie noch einen Abszess



Man sieht wie rechts der Darmbeinhöcker höher ist als links. Linke Muskulatur abgeschwächt.


Pferde sind wahre Bewegungskünstler, und somit hat Princess eine Bewegungsmethode entwickelt, um ihren geschundenen Rücken zu entlasten.

Sie hat eine schön geschwungene Oberlinie ihres Halses, was mich verwundert hat. Denn vom Rist bis zur Schweifrübe war alle Muskulatur weg. Am Bauch hatte sie eine Rinne und ich machte mir Sorgen, dass sie dämpfig wäre, aber der TA hat sie untersucht und es ist alles gut.

Ich beobachtete sie und sah, wie sie ihre Brandnarbe wohl über die Jahre versucht hat zu entlasten.

Sie streckt ihren Hals vorwärts abwärts und macht sich im Genick fest. So fixiert sie ihren Rücken, damit der sich kaum bewegt. Da sie ja wenig Rückenmuskeln hat, musste die Bauchmuskulatur diese Arbeit übernehmen, und hat geholfen, den Rücken zu stabilisieren. Ihre langen Beine hat sie dann irgendwie nach vorne geworfen, und lief sehr vorhandlastig.

Es ist enorm wie elegant sie sich, trotz ihrer Blockaden noch bewegen kann. Aber wenn ich ihre Beine, Sehnen usw. abtaste graut es mir! An den Hinterbeinen hat sie beidseitig Gallen. Zum Glück sind die weich!

Gallen sind NIE einfach Schönheitsfehler. Es zeigt immer eine Überlastung an. Diese Ueberlastung kann verschiedene Ursachen haben. Falsche Hufstellung, falsches reiten, reiten in hohem Tempo auf harten Böden. Liegen auf harten Böden. 

Gallen befinden sich in der Nähe von Gelenken. Es sind mit Wasser gefüllte Hohlräume. 

Wenn ein Pferd Gallen hat, ist das immer ein Zeichen von Überlastung. Bei Princess sind diese Gallen schon bisschen weniger geworden, mit zunehmender Hufkorrektur. Ob man Gallen wegbringt, weiss ich noch nicht. Ich mach ihr noch Umschläge mit Arnika. Auf alle Fälle würde ich nie punktieren. Es gilt immer die Ursachenbehebung. Dann könnte man sagen, es sei ein Schönheitsfehler anhand einer früheren Fehlbelastung :-)

Montag, 15. Juli 2013

Der Trapezmuskel

Jetzt möchte ich mich mal dem Trapezmuskel des Pferdes widmen. Er ist in aller Munde! Die einen erzählen, dass er der wichtige Muskel ist, andere, dass der Trapez gar nicht so wichtig ist, aber Fact ist, dass man viel zu oft ein Loch hinter der Schulter des Pferdes sieht, wo eigentlich Muskulatur sein sollte.Fragt man jemand nun nach der Wichtigkeit des Trapez und seine Funktion, kriegt man keine Antwort. Darum habe ich in all meinen Büchern gewühlt, das WWW unsicher gemacht und bin zu dem Resultat gekommen, nachdem ich alles bei meinem Pferd in Natura ausprobiert habe.Fangen wir mal beim langen Rückenmuskel an. Der besteht eigentlich aus mehreren Strängen. Der eine geht bis zum Hinterhauptbein, der andere bis zu den unteren Halswirbeln. Ein weiterer bis zum Atlas.Es würde den Rahmen sprengen, würde man alle Muskeln aufzählen, die beteiligt sind, also nehmen wir die wichtigsten.Hier sehen wir nochmal den langen Rückenmuskel (Nr.43, 44, 45, 46, 47):




Man sieht wie die Muskelfasern in vertikaler Richtung liegen, und in diese Richtung zieht er sich auch zusammen. Er ist völlig ungeeignet, Last aufzunehmen und reagiert auf Druck sehr empfindlich. Was passiert nun, wenn sich ein Mensch aufs Pferd setzt? Wirbelsäule geht nach unten, Kopf kommt rauf, und er drückt sein Gewicht auf den langen Rückenmuskel. Der atrophiert zusehend und dann haben wir Pferde mit einem knochigen Rücken, wo man die Wirbel, Darmbeinhöcker und das Kreuzbein schon sehen kann. Auch haben diese Pferde einen sehr ausgeprägten Widerrist, weil der Brustkasten richtig abgesackt zwischen der Wirbelsäule hängt! Leider sehe ich sowas mehr als anderes und es stimmt mich sehr nachdenklich!! Gibt es einfach immernoch Menschen, die denken, einfach ein Pferd reiten zu müssen, ohne sich damit auseinander zu setzen, dass dieses Tier seriös trainiert werden muss. Immer wieder! Ein ausgebildetes Pferd muss man auch trainieren. Und nur reiten macht das Pferd kaputt. Es vollbringt höchste athletische Leistungen und somit muss es immer wieder trainiert werden. Wir müssen Probleme erkennen und diese auch lösen können. Plötzlich ist da eine Verspannung oder es tritt mit einem Bein kürzer, möchte sich nicht mehr stellen, all diese Sachen können passieren, und wir als Besitzer sollten das erkennen.Also, wie kann ein Pferd Gewicht auf seinem Rücken tragen, ohne den langen Rückenmuskel zu stören? Da kommen wiederum mehrere Muskeln zum Zuge und das Rücken- Nackenband.Es gibt Muskeln die etwas tragen können bzw. müssen. Es gibt Gliedmassenträger und Rumpfträger. Diese müssen sehr gut trainiert werden, vorallem wenn ein Pferd nicht nur sein eigenes Gewicht tragen soll.Rumpfträger sind die Brustmuskeln und die gesägten Muskeln.Brustmuskeln sind die Nr. 70 bis 72. Wobei Nr. 72, der tiefe Brustmuskel in sehr vielen Fällen dafür verantwortlich ist, wenn das Pferd Gurtenzwang hat. Wenn die obere Muskulatur zuwenig stark ist, verkrampfen sich genau diese Muskeln, weil sie zuviel Arbeit leisten müssen. Die Muskelfasern laufen nach vorne oben und so arbeitet er auch. Er hilft mit, den Brustkasten anzuheben.



Nr. 38 ist der Halsteil des gesägten Muskels (Musculus serratus ventralis cervicis). Man sieht bei sehr vielen Pferden vor der Schulter ein fast dreieckiges Loch. Da sollte eigentlich dieser Muskeln ausfüllen! Dieser Muskel ist einer der wichtigsten Rumpfträger mit dem Brustteil (Musculus serratus ventralis thoracis) Nr. 39.Die Muskelfasern des Halsteils verlaufen von vorne nach hinten rauf und heben die Halswirbel an.Die Muskelfasern des Brustteils verlaufen fast horizontal, und heben somit den Brustkasten an. Dieser erhebt sich dann zwischen den Schulterblättern und das Pferd wirkt grösser. Und das kann ich selber bestätigen. Nach guter Arbeit kann das Pferd tatsächlich 1 bis 2 cm wachsen! Dann ist der Brustkasten weiter oben und wenn man dann die Risthöhe messt, ist die logischerweise auch höher! :-)) Nun kommt aber auch noch der Trapezmuskel, der aus einem Hals- und einem Brustteil besteht zum Zuge. Und ich finde, er hat gar nicht so ne untergeordnete Funktion! Nr. 57 und 58. Die Muskelfasern verlaufen auch ziemlich horizontal und somit hebt auch er etwas an. Er bewegt nämlich die Schulterblätter nach vorne und hinten. Wir reden immer von angehobener Schulter, Schulterfreiheit, Leichtigkeit aus der Schulter usw.Das erreicht ein Pferd nie, wenn dieser Muskel atrophiert ist! Und er reagiert sehr heikel auf Druck, weil er oberflächlich liegt und relativ dünn ist. Leider drücken auch die meisten Sättel genau dort. Und wenn man davon ausgeht, dass 90 % der Sättel nicht passen....:-(  Also wenn dieser Muskel streikt, dann nützt der Rest der Rumpfträger auch nichts. Die werden sich alle verspannen.Nr. 62 ist der breite Rückenmuskel auf dem wir sitzen. Seine Fasern verlaufen auch fast horizontal. Nur, jeder Muskel atrophiert, wenn zuviel und zulange Druck drauf ausgeübt wird. Das Schlimmste ist aber, wenn man auf dem stehenden Pferd lange sitzt! Das sollte jedem klar sein, dass man da absteigt. Ja sowieso, auf einem Ritt sollte man immer mal wieder absteigen damit sich das Pferd und wir uns auch entspannen können.




Zum Nacken- Rückenband. Auch das hat eine wichtige Funktion. Es unterstützt die Rumpfträger bei ihrer Arbeit und entlastet je nach Kopfhaltung des Pferdes die Muskulatur. Aber die Bewegung muss aus der Hinterhand kommen. Die sogenannte aktive Hinterhand. Das trainiert die Bauchmuskeln die auch eine wichtige Funktion haben zum tragen. Aktive Hinterhand erreicht man aber nur, wenn der Kopf nicht zu tief ist und das Genick offen ist! Wenn das Pferd immer wieder zu tief geht mit dem Kopf, will es aus irgendeinem Grund die Hinterhand entlasten und oder ist überfordert mit dem Reiter. Ich bin mir sicher, das berüchtigte Zügel aus der Hand zerren kommt aus diesen Gründen. Das Rückenband entspringt im Kreuzbeinbereich und endet am Hinterhauptbein. Es verbindet jeden Wirbel.Im Brustwirbelbereich entspringt die Nackenplatte, die sich mit jedem Halswirbel verbindet, ausser dem Atlas. Wenn das Pferd den Kopf tiefer nimmt mit offenem Genick spannt sich das Rückenband und öffnet die Wirbel. Hier auf dem Bild ist schön ersichtlich wieso aber dieses nur stattfinden kann, wenn sich das Becken abkippt und die Hinterhand aktiv nach vorne tritt, denn so wird das Rückenband von hinten gestrafft. Wiederum ist nun klar, dass der Kopf nicht zu tief sein darf, denn dann könnte das Becken nicht mehr genug abgekippt werden, da das Rückenband dies nicht mehr zulassen könnte, da es nicht dehnbar ist. Die Nackenplatte hilft auch den Brustkasten zu heben und unterstützt die Rumpfträger. Wenn alle diese Muskeln seriös berücksichtigt werden beim Training, dann wird nichts überfordert, sondern es ist ein sehr gutes Zusammenspiel dieser einzelnen Komponente. 




Was auch sehr wichtig ist, dass die Multifidiusmuskeln nicht verspannt sind. Das ist die kurze Skelettmuskulatur, die Wirbel für Wirbel, Rippen für Rippen verbindet, und noch vieles mehr. Sie arbeitet unwillkürlich. Aber die verspannt sich natürlich als erstes, wenn irgend ein Thrauma oder eine Fehlbelastung entsteht. Die kann ein Wirbel aus seiner Position ziehen. Also müssen erst diese Muskeln entspannt werden, bevor man die anderen Muskeln aufbauen kann. Und genau dieses Problem muss ich jetzt bei meiner Stute angehen! Ich werde das alles schön dokumentieren, denn sie ist ein riesen Beispiel, denn dieses arme Tier ist wirklich kaputt geritten worden und hat so ziemlich alles verspannt, was sich verspannen kann.Mittlerweile sind ihre Hufe schon viel besser, dass ich anfangen kann sie vorsichtig auf den Zirkel zu "arbeiten".Gut, das war jetzt alles Theorie! Viele sagen jetzt, ich muss keine Theorie wissen, oder theoretisches Wissen heisst noch lange nicht, dass man es in der Praxis kann. Das stimmt, dass theoretisches Wissen jeder in die Praxis umsetzen kann.Aber falsch finde ich, wenn jemand sagt, er braucht das theoretische Wissen nicht, und es interessiere ihn nicht! Noch trauriger macht es mich, wenn ich Aussagen wie, ich möchte einfach reiten, und nicht meine Zeit mit Theorie, die mich nicht interessiert, vergeuden!Nu, wenn man die Zusammenhänge mal erkennt, was es braucht, um ein Pferd zu trainieren, hat man auch eine Chance zu wissen was man eigentlich mit dem Pferd anstellt!Als ich erstmal die theoretischen Zusammenhänge erkannte, wurde mir bewusst, wie ein Pferd sich bewegen muss, um einen Reiter zu tragen. Vorher habe ich mit diversen Pferdeleuten diskutiert und jeder hat wieder etwas anderes gesagt. Wie sollte ich jetzt nun wissen, wer richtig liegt? Soll ich nach der Sympathie gehen, oder sollte ich dem glauben, der es am am besten erklären kann?Also fing ich selber an zu forschen und auszuprobieren. Denn die Anatomie und Biomechanik eines Pferdes ist nunmal Tatsache, und aus dieser Grundlage heraus kann man sein eigenes Wissen ausbauen!Genug schwierig ist es dann, wenn man sich fragt, gut, das war jetzt Theorie, aber wie in aller Welt, trainiere ich jetzt diese Muskeln?? Und es geht ja auch nicht nur um diese Muskeln. Jedes Pferd hat einen anderen Charakter. Die einen sind voll bei der Sache, die andern meinen erstmal, nöö ist zu anstrengend! Gib mir einen guten Grund, warum ich das machen soll???Den gibt es! Wenn du es schaffst, dass sich dein Pferd nach dem Training besser fühlt, als vorher, dann hast du mit der Zeit einen Partner der gerne mitmacht!Und mit, sich nach dem Training besser fühlen, meine ich nicht, wenn das Pferd schweissgebadet, mit hängendem Kopf, halbgeschlossenen Augen und hängender Unterlippe dasteht!! Denn dann hat man es überfordert!Ein Pferd sollte man nie zum schwitzen bringen, wie auch nie zum heftig atmen bringen. Die Pulsfrequenz muss niedrig gehalten werden, sonst bringt das Training nichts!Schwitzen bedeutet fast immer Stress. Klar, muss man unterscheiden, denn gestern ging ich mit Jan spazieren und ritt noch bisschen. Er schwitzte leicht. Aber es war schon ziemlich war, die Sonne schien, er ist schwarz.Aber man kann auch mit einem Pferd im Winterfell trainieren, ohne dass es schwitzt! Scheren ist völlig unnötig und für das Pferd mehr als nur schädlich.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Wir erwarten von unseren Pferden höchste athletische Leistungen, und wo bleibt unsere Fitness??

Darüber mache ich mir schon länger Gedanken. Manchmal beschleicht mich ein Gefühl, dass so manche das reiten als bequemer Sport betrachten, denn man kann ja sitzen und sich rumtragen lassen....

Aber in Wirklichkeit bewegt sich das Pferd im Endeffekt so, wie wir eben uns auf dem Pferd bewegen.

Vor paar Jahren habe ich erschreckt festgestellt, dass sogar ich zunehmen kann. Ich habe dann auch wieder abgenommen und bis ich mein Normalgewicht  wieder erreicht hatte, war ich auch praktisch nicht mehr geritten.

Auch bemerkte ich, dass sich langsam Höhenangst bei mir bemerkbar machte. So richtig bewusst wurde mir dies, als ich eine junge Elster, die ich gepflegt hatte, wieder zu ihren Eltern bringen wollte.

Für diese Aktion bin ich aufs Stalldach gestiegen, und wollte die kleine Elster auf einen Ast setzen, als ich mich dann nur noch auf dem Dach an den Ast geklammert hatte, und nicht mehr runter traute! Ausgerechnet ich, die doch auf alles geklettert, runter gesprungen ist, und keine Angst vor etwas hatte.

Also wohl bemerkt, ich hatte mich auch da überwunden, und habe es alleine geschafft, wieder vom Dach runter zu klettern! Hahaha, DAS hätte also mein Stolz nicht zugelassen, ich habe Angst, holt mich hier runter.....

Das Alter hat mich eingeholt *grins* Okay, da musste jetzt was passieren! Also ging ich mit meinem Sohn und einem Freund klettern. Ich musste mich einfach wieder überwinden!

Das sah dann so aus:







Ich getraute mich doch paar Meter den Fels hoch. Es war wirklich cool, und es brauchte jeden elenden Muskel! Man musste alles gut koordinieren.

Für mich aber war das Schlimmste, dass meine Sicherheit von einem anderen Menschen abhängt! Und zwar voll und ganz! Auch wenn es mein Sohn war, der mich sicherte hahaha.

Ich fragte ihn zuerst, ob er noch eine Rechnung mit mir offen habe, bevor ich loskletterte. Hahaha

Es braucht enorme Körperbeherrschung wie auch das reiten. Ich habe mittlerweile auch gemerkt, wo meine verkürzte und abgeschwächte Muskulatur ist.

Da ich ja schon mit meinen Pferden nach dem Prinzip von Pilates trainiere, mache ich es auch bei mir. Dehnen, kräftigen und entspannen und auch die tiefe Muskulatur zu trainieren, die uns stabilisiert und unwillkürlich arbeitet. Dieselbe Muskulatur ist auch beim Pferd enorm wichtig. Ist diese verspannt, kann keine weitere Muskulatur aufgebaut werden.

Ich habe schon ziemlich stark gelernt, meinen Rumpf zu stabilisieren, ohne mich andauernd darauf konzentrieren zu müssen. Jetzt kann ich auch nicht mehr so zusammengesunken da sitzen mit rundem Rücken. Es ist enorm, wie man sich mit zunehmendem Training immer mehr bewusst wird, wenn man eine schlechte Haltung einnimmt und diese schon fast unbewusst korrigiert.

Meine Rückenschmerzen sind erträglicher geworden. Letztes Mal, als ich mit Jan ausreiten gegangen bin, habe ich mich stark darauf konzentriert, wie ich sitze, und wie Jan darauf reagiert. Es war genial wie Jan darauf reagiert hat, wenn ich meinen Rumpf stabilisiert habe, oder ich eben einfach nur drauf gesessen bin! Ob ich zudem richtig atmete war auch sehr entscheidend. Die seitliche Bauch- und Rückenmuskulatur spielen da eine grosse Rolle! Wenn ich einfach drauf sass, dann war Jan sehr instabil, obwohl ich das Gefühl hatte, ich sitze gut. Da er dann wackelig wurde, fing ich an unmerklich die Gesässmuskulatur anzuspannen, und er den Rücken wegzudrücken.... Der Teufelskreis fing an.

Als ich mich dann anfing zu stabilisieren, richtig atmete, wurde er auch stabil und entspannte sich. Es ist wirklich so genial, dies so deutlich zu spüren! Was wir von unseren Reitpferden verlangen, müssen wir auch von uns verlangen! Eine richtige Haltung, und ein Training, das auch noch neben dem reiten stattfindet. Das alles hat zudem den Vorteil, dass es Haltungsschäden und ziemlichen Rücken-schmerzen vorbeugt!

Wir sind es unseren Pferden sowas von schuldig und tun für unsere Gesundheit was Gutes ;-)




Mein armer Pony! Ich wollte ihn scheren, weil das Wetter ja so gerückt spielt, und dann stieg die Maschine aus! Ach du Schreck, er sieht wie von Motten zerfressen aus!!

Na gut, er ist wirklich ein Freak und ich überlege mir, ob ich ihn noch rosa einfärbe.......


Jan findet es Sch.... wie ich Jimmy verunstaltet habe...




Sonntag, 16. Juni 2013

Ein paar Impressionen..





Wenn es Zwerge, Gnome und Elfen gibt, dann hier....



Unser absoluter Lieblingsort :-)

 Das ist unsere Bergauf Trainingsstrecke, die ich, wohl bemerkt, NEBEN ihm, renne.




So sieht mein jetziger Fellsattel aus und er bewährt sich super!


Freitag, 7. Juni 2013

Manchmal benehmen sich meine Pferdchen sowas von daneben..... :-)

Oder stimmt das überhaupt? Okay, ich habe mir sehr charakterstarke Pferde herangezogen. Ich lass ihren ihren Willen, und sie dürfen auch nein sagen.

Manchmal aber muss ich sie auch mal überzeugen, dass ich ihr NEIN nicht gelten lassen kann. Das wiederum mache ich aber auch wieder sehr überlegt.

Letzhin waren wir zu dritt mit allen Pferden spazieren. Ausser der Pony (der ja wohl der Rasenturbomäher ist!) haben sich alle sehr ungezogen benommen. Princess zog ihre Führerin am Strick hinten nach, hmmm da ist ein feines Gräslein, oh dort noch ein viel besseres..... sie hatte mehr oder weniger eine unwichtige Funktion so am Ende des Strickes. Ich schaute zu und gab diesen und jenen Typ und schwupp, hing ich mehr oder weniger unwichtig an Jans Strick.

Wir tauschten die Pferde und Jan machte weiter. Princess wurde folgsamer bis ich wieder mich mehr auf Jan konzentrierte und dann ging das wieder los!

Einzig Jimmy liess sich nicht so aus der Ruhe bringen. Er liebt es zu arbeiten und er durfte mit seiner Freundin am Langzügel laufen hihihi.

Gut, echt ungezogene Pferde nicht? Denen sollte man mal Manieren beibringen nicht?

Gestern ging ich mit Jan ausreiten. Ich gehe immer erst eine ziemliche Strecke mit ihm damit ich alles sehe, wie er läuft, ob er verspannt ist, ob er gut drauf ist usw. Es hat s auch schon gegeben, dass ich alles gelaufen bin, weil er einfach Mühe hatte irgendwie. Und wenn ich verspannt bin, setze ich mich auch nicht auf ihn!

Wenn ich so neben ihm gehe baut sich eine Verbindung auf zwischen uns. Ich bemerke dann sofort, auch wenn er nur schon den Gedanken fasst, zum fressen! Es sind klitzekleine Bewegungen. Es ist dann fast so, dass ich in seine Welt eintauche.

Die Welt des Fluchttieres. Ich nehme die kleinste Bewegung wahr. Merke aber auch sofort, wenn etwas im Wald ist, oder irgendwas Jan erschrecken könnte. Er hat mich gestern nicht einmal zum Gras geschleift!

Als ich mich auf ihn setzte ging es weiter so. Ich war in seiner Welt und spürte genau, wie ich mit meinem Sitz seine Bewegungen verbesserte oder aber auch verschlechterte. Ich merkte, wie sensibel er auf eine falsche Belastung, oder Verspannung meinerseits reagierte.

Wiederum spürte ich, wie ich sofort auf eine Verspannung oder Schiefe von ihm reagierte! Es war so toll. Ich sah die Natur, konnte mich psychisch entspannen und trotzdem fühlte ich jede Regung und alles fing an automatisch zu reagieren. Wir waren richtig miteinander verbunden. Bald fing Jan an immer kraftvoller zu gehen. Ich fing an zu spüren wo welcher Fuss hintritt und konnte das beim nächsten Tritt korrigieren. Diese Momente sind so schön, da schiessen mir regelmässig die Tränen in die Augen!

Und immer, wenn ich diese Verbindung mit meinen Tieren nicht aufbauen kann, dann bleib ich am Boden, oder lass es ganz sein!

Und genau da liegt das Problem! Ich sehe viele Reiter die während dem Ausritt miteinander plappern und reden. Damit sind sie aber nicht bei ihren Tieren. Sie sitzen schief drauf, und die Pferde laufen schlecht. Man reisst dann mal am Zügel, oder zieht die Notbremse, weil das Pferd dann mal nicht anhalten will usw.

Wenn man nicht in Gedanken mit seinem Pferd ist, dann kann man auch nicht ein Führer sein. Man kann dem Pferd auch nicht böse sein, wenn es dann eigene Ideen entwickelt, wie es diesen Spaziergang gestallten möchte, denn es fühlt sich ohne Führer. Und ein Führer ist nicht, der der Gewalt anwendet. Ein Führer ist einer, dem es sich zu folgen lohnt....

Zudem habe ich ja schon viele Pferde erlebt, die immer wieder gefressen haben. Sie wurden ziemlich hart und konsequent bestraft. Aber es hat über Jahre praktisch nichts gebracht. Sie sind einfach schneller geworden! Schwups, Kopf runter einen riesigen Grashaufen ins Maul gestopft, dann sofort losgesprungen, bevor überhaupt die Gerte ihren Hintern getroffen hat. Aber überall war mangelnde Konzentration vom Reiter.

Jetzt werden viele sagen, ich möchte doch meinen Ausritt geniessen, und mich nicht andauernd konzentrieren. Klar, das ist wichtig! Aber es ist auch nicht diese Konzentration, wie wir sie haben müssen, wenn wir eine Rechnungsaufgabe lösen müssen. Nein, es ist eben diese Verbindung und Wachsamkeit wo wir trotzdem entspannen können und die Natur geniessen!

Es ist dieses eintauchen in die Welt des Pferdes. Und genau in diesem Moment akzeptiert es auch, dass wir auf seinem Rücken sitzen, denn es vertraut uns, dass wir seine Signale erkennen, wenn es aus irgend einem Grunde, unser Gewicht nicht mehr tragen möchte! Und dann? Dann steige ich ab und gehe neben meinem Pferd weiter! Denn das was ich ja von meinem Pferd erwarte, das erwarte ich auch von mir! Trainiert sein :-)) Beim Bergtraining laufe ich neben meinem Pferd und sitze nicht auf ihm!

Leider läuft das in der grossen Reiterwelt meistens nicht so. Es wird sich sogar noch lustig gemacht, über die Signale die einem ein Pferd verzweifelt gibt.... Und Menschen wie ich, werden belächelt, oder beschimpft. Aber ich lächle zurück, denn diesen Menschen bleibt diese wunderbare Tür zu ihrem Pferd verschlossen!

Und übrigens, als ein Bauer mit seinem Traktor anhielt, um ein paar Worte mit mir zu wechseln, was macht da Jan? Er ging ins Kompliment und frass..........

Danke Jan, dass es dich gibt!!



Und natürlich auch danke an Jimmy und Princess.


Neues Fellsattelprojekt startet bald........

Da ich doch soooviele tolle Schabracken horte, wollte ich noch ein ganz spezieller Fellsattel kreieren! Der wird in etwa so aussehen. Ich hoffe, dass ich zwischen, heuen, Kindergeburi, Hühnergegacker, usw. bald dazu kommen werde:-))



So sieht mein zweiter Fellsattel aus. Die Ringe haben sich super bewährt! Mein Guter bewegt sich super mit diesem Sattel. Heute war ein besonders schöner Ausritt. Darüber möchte ich dann noch paar Zeilen schreiben.



Samstag, 4. Mai 2013

Es funktioniert!


Mein Sorgenkind linker Hinterhuf wird langsam aber kontinuierlich besser! Der Hufknorpel ist schon bisschen runter gerutscht! Der Trachtenzwang ist auch schon weniger geworden.










 Am 24. Februar 2013

Ende Mai 2013






Am 23. Februar 2013



Ende Mai 2013




23. Februar 2013


Ende Mai 2013



Man sieht auch, dass die auf dem Bild, linke Hufwand sich jetzt kontinuierlich nach unten schiebt, und zeigt, dass sie bearbeitet werden will. Trachten haben sich schon bisschen geweitet und der Hufknorpel ist schon bisschen nach unten gerutscht!

Es ist genau das Hinterhuf der blockierten Seite. Das ist einerseits fast logisch, ist dieser Huf der schlimmere, aber macht es auch nicht einfacher ihn zu korrigieren, denn das blockierte ISG bring ich auch nicht einfach so schnell gelöst! Und das ist echt stark blockiert!!

Was sehr interessant ist, dass je besser die Hufe werden entspannt sich auch die Situation der verspannten Muskeln im Lenden- Kruppenbereich!  Beim gehen bewegt sich der Rücken im hinteren Bereich schon und die Muskeln sind weicher geworden. Nur der vordere Bereich ist noch ziemlich steif. Auch haben sich die Bauchmuskeln schon ziemlich entspannt. Ist doch das Anstreben einer richtigen Hufbalance das Zentrum aller Bewegung!!

Uebrigens sieht man hier bei Princess schön, wie der Brustkasten tief zwischen den Schultern hängt! Dazu bin ich am schreiben. Wie wichtig ist der Trapezmuskel, was bewirkt er und in welchem Zusammenspiel arbeitet er. Zudem wie wichtig es ist, dass der Brustkasten nicht quasi nach unten hängt sondern angehoben wird usw.


Letzten Mittwochmorgen, als ich Princess abdeckte, stockte mir der Atem! dort wo die Narbe am schlimmsten aussah war alles aufgegangen, blutig und geschwollen :panik: 

Ich desinfizierte es sofort und deckte es ab, fertigte auf die Schnelle aus einem Frottiertuch einen Riesenverband und rief den TA an!

Jetzt wurde mir klar, warum Princess die letzten Tage nicht mehr mochte, wenn ich ihr die Narbe salbte! Ihr linkes Vorderbein sieht auch schlimm aus, voller maukeartigen Ausschlägen. das Rechte ist weniger schlimm!


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Mein Bauch sagte mir immer wieder, dass da noch was kommt und ich dachte eher an ein psychischen aussichrauskommen! Aber sowas :( 
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 :coffebath: 
Am nächsten Morgen war ich
 natürlich schon früh im Stall. Also der TA sagte mir gestern ich solle sie nicht mehr decken. Ich muss jetzt mit einem blauen, antibiotikahaltigen Spray die Wunde besprühen, trocknen lassen und dann mit einem weissen Puderspray alles überdecken. Zudem hat er mir Mineralwürfel gegeben. Ich glaube es heisst Equimineral und kann nur über den TA bezogen werden. Er sagte mir, ich solle die Wunde offen lassen.Ich habe so ein geteiltes Gefühl bei der Behandlung, denn ich bin eher die, die offene Wunden verbindet usw. Aber er gilt als guter TA und somit werde ich mal seine Behandlungsmethode weiterführen.Gestern sah es so aus nach der Behandlung:
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Heute morgen habe ich nochmal drübergesprayt, weil es wieder offen war, wegen den Fliegen! Das macht mir Sorgen, aber die gehen bei dem Spray nicht ran.
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Die Beine sehen so aus:Bild

Ja, ich denke auch, dass es ein gutes Zeichen sein könnte, aber offene Wunden machen mir schon Angst. Da denke ich mir die schlimmsten Sachen aus :( Und eigentlich hasse ich Sprays. Na gut, die Wunde sieht besser aus, naja blau und weiss sieht sie aus....

Ich habe mir Sorgen gemacht, sie ohne Decke so in der Nacht stehen zu lassen, aber wahrscheinlich habe ich sie immer zu stark abgedeckt, und vielleicht hat das diese Entzündung noch provoziert. 

Gestern hat es aus Kübeln geregnet und sie stand eine zeitlang einfach so im Regen?!?! Sie schien es genossen zu haben! Sie galoppierte auch auf der Weide rum und genoss es einfach keine Decke anzuhaben!

Das Wichtigste ist jetzt wohl wie ich die Wunde nach der akuten Phase pflege! Da jetzt alles aufgebrochen ist kann die Haut nocheinmal frisch verheilen und somit elastischer werden.

Heute Morgen sah alles trocken aus und es war auch nicht mehr so arg geschwollen! Nur das linke Bein ist leicht angeschwollen unter der Fessel. Jetzt wo ich sie so ohne Decke sehe wird mir wieder bewusst, wie sie hinten keine Muskeln hat wegen ihrer Blockade. Aber im generellen ist sie schon beweglicher geworden und ihr linkes Vorderbein kann sie schon viel weiter nach vorne nehmen.

Ich hoffe trotzdem, dass sie nicht kalt hat. Denke tut ihren verspannten Muskeln auch nicht so gut :( 

Sie ist so eine Gute! Sie beobachtet mit grossen Augen was ich mache, aber sie nimmt sich so zusammen und lässt es über sich ergehen. Jan kommt immer alles kontrollieren was ich mache :lol: Ach der sieht so klein aus neben ihr....